Donnerstag, 13. Juli 2017

Wer moderiert die Scrum Meetings?

FS
Bild: Max Pixel / Freegreatpicture.com - CC0 1.0
Für viele Teams ist die Frage nach der Moderation der Scrum-Meetings klar beantwortet: das macht der Scrum Master, schließlich ist das sein Job. Dieses Missverständnis ist weit verbreitet, aber es ist eben nichts anderes als das - ein Missverständnis. Der Scrum Guide ist auch in dieser Angelegenheit klar, wenn auch auf den zweiten Blick anders als auf den ersten. Er besagt: "The Scrum Master serves the Development Team and the Product Owner in several ways, including [...] Facilitating Scrum events as requested or needed." Und das bedeutet eben nicht, dass er alle Meetings moderiert.

Der entscheidende Punkt liegt in der Formulierung "as requested or needed". Natürlich kann es sein, dass die Unterstützung des Scrum Masters angefordert wird, etwa um bei Konflikten zu vermitteln. Und natürlich kann es sein, dass seine Beteiligung notwendig ist, etwa dann wenn das Team noch unerfahren ist und sich noch nicht sicher ist welche Inhalte in welches Meeting gehören und welche nicht. Aber es kann eben auch sein, dass die Durchführung auch ohne ihn wunderbar funktioniert. In diesem Fall kann es eine Option sein sich zurückzuziehen und "Coaching from the back of the room" zu betreiben.

Wer stattdessen moderiert kann je nach Fall unterschiedlich entschieden werden. Im besten Fall bedarf es gar keiner Moderation. So sollte etwa jedes erfahrene Scrum Team in der Lage seine Daily Standups unmoderiert durchzuführen. Auch bei allen anderen Meetings ist das im Idealfall so, wobei es hier deutlich schwieriger werden kann. Spätestens wenn Personen teilnehmen, die nicht zum Team gehören (z.B. Stakeholder im Review oder Kundenverteter im Refinement) kann es hilfreich sein jemanden zu bestimmen der für Struktur sorgt.

Ein häufiger (wenn auch nicht zwingender) Ansatz ist es, den Product Owner als Moderator auszuwählen wenn Stakeholder anwesend sind mit denen er auch ausserhalb der Regelmeetings zusammenarbeitet (wie oben erwähnt kann das v.a. in Refinements und Reviews vorkommen). Seine Bekanntheit mit diesen Personen kann dabei helfen sie einzubinden oder bei Bedarf auch zu bremsen. Zudem ist es auch ein gutes Training für die Moderation von Stakeholdermeetings ausserhalb des Scrum Teams.

Bei rein internen Meetings ist es häufig so, dass auch Mitglieder des Development Teams die Moderation übernehmen. Tatsächlich ist es sogar sinnvoll das zu tun, alleine damit bei Urlaub oder Krankheit des Scrum Masters jemand in der Lage ist ihn zu vertreten. Gegebenenfalls kann das für einzelne Teammitglieder auch ein Testlauf sein um zu erkennen ob der Scrum Master Job (bzw. diese Facette dieses Jobs) etwas für sie wäre.

Zuletzt kann bei Bedarf auch jemand von ausserhalb gebeten werden die Moderation zu übernehmen, sei es um einfach einen neuen Impuls einzubringen oder sei es weil er über bestimmte Erfahrungen verfügt (z.B. die Moderation von Videokonferenzen). Das sollte allerdings nicht ohne vorherige Zustimmung des Teams passieren.
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