Dienstag, 28. Februar 2017

Kommentierte Links (XXII)

FS
  • Thorbjørn Sigberg: Agile doesn’t scale

    Ironie der Geschichte. Eigentlich als Kritik und Beschimpfung gedacht beschreibt der Satz "Agile Methoden skalieren nicht" ziemlich genau eines ihrer Erfolgsgeheimnisse. Probleme werden hier eben nicht gelöst indem man immer weitere Ressourcen daraufkippt (dazu ein aktuelles Beispiel) sondern indem man fokussiert arbeitet, große Aufgaben in kleine herunterbricht und früh Prototypen und MVPs ausliefert. Ich würde Sigbergs Text noch ergänzen um einen weiteren Erfahrungswert: Wenn Du im kleinen Maßstab nicht lieferfähig bist, dann bist Du es im großen erst recht nicht.

  • Chris Edwards: How to Fail Your TDD Rollout and Piss Everyone Off. A Train Wreck Story

  • Diese Geschichte passt nicht nur zu TDD sondern auch zu jeder anderen agilen (oder nichtagilen) Methodeneinführung. Wenn den Leuten der Sinn der Einführung nicht klar wird werden sie alles was ihnen komisch vorkommt (und das ist sehr viel) in Frage stellen und nur zögerlich umsetzen, vielleicht auch gar nicht. Wenn das dann dazu führt, dass die neuen Ideen mit Druck oder Zwang eingeführt werden entsteht Widerstand und alles reibt sich in einem fruchtlosen Kleinkrieg auf. Aus meiner Erfahrung: erstaunlich viele Scrum Master und Coaches tun sich mit der Beantwortung dieser Sinnfragen schwer. Eine Geschichte für sich.

  • Katrina Clokie: Test Manager vs. Test Coach

    Meine Zeit als agiler Testmanager ist mittlerweile ein paar Jahre her, aber das hier kann ich unterschreiben und es entspricht dem was ich versucht habe umzusetzen. Vermutlich wäre es seinerzeit besser gewesen meine Rolle in Test Coach umzubenennen, ich bin permanent mit der Erwartungshaltung aus der umgebenden Organisation kollidiert, dass ich mich doch wie ein klassischer Testmanager benehmen sollte. Andererseits habe ich vor gar nicht zu langer Zeit mit einem "QA Coach" zusammenarbeiten müssen der in seinem Selbstverständnis alles zusammenfasste was im klassischen Testmanagement dysfunktional ist. Letztendlich ist das Verständnis wichtiger als die Bezeichnung.

  • Mark Poppenborg: Wie lautet die Spielanleitung Deines Unternehmens?

    Das hier geht mehr in Richtung Change Management, greift aber ein Grundproblem hinter den letzten beiden verlinkten Beiträgen auf: viele Menschen verhalten sich einfach nicht so wie es eigentlich sinnvoll wäre sondern sind bockig und scheinbar irrational. Was zu oft vergessen wird - dieses Verhalten hat Gründe, die sich oft in der Unternehmenskultur, bzw. in der "Spielanleitung" des Unternehmens wiederfinden. Die dann umzugestalten ist die Herausforderung, z.B. mit Culture Codes.

  • Jurgen Appelo: Stop Your “Agile” Transformation! Right. Now.

    Etwas populistisch aber im Kern richtig. Wer eine agile Transformation nach dem Copy & Paste-Muster durchführen will, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit einen Fehlschlag hinlegen. Mein Reden. Was Appelo macht ist darüber hinaus didaktisch interessant: er bettet seine Erklärungen in popkulturelle Kontexte ein die man als 35 - 45 Jahre alter Mensch aus seiner Jugend kennt. Ein geschickter Schachzug - das ist in etwa die Altersgruppe derjenigen die heute die agilen Transformationen verantworten.
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