Donnerstag, 15. März 2018

Kreislauf, Thromben und Embolien

FS
Bild: Pixabay / Quimono - CC0 1.0
Ein schönes Beispiel für Systeme in denen sich alles im permanenten Fluss befindet ist der menschliche Körper, bzw. dessen Blutkreislauf. Ähnlich wie in einem idealen Produktionssystem befindet er sich in einem Zustand der permanenten Bewegung und sorgt dafür, dass sich bestimmte Stoffe in einem immerwährenden Strom von einem Teilsystem zum anderen bewegen. Umgekehrt betrachtet kann man auch den Arbeitsfluss eines Unternehmens als dessen Blutkreislauf betrachten, der es versorgt und am Leben hält.

Um die Parallelen weiterzutreiben: sowohl für den Körper als auch für ein Unternehmen ist es von existentieller Bedeutung, dass der Fluss nicht ins Stocken gerät. Sobald das der Fall ist besteht die Gefahr, dass sich Verklumpungen bilden, im Körper in Form von geronnenem Blut (Thrombose), im Unternehmen in Form von Bürokratie. Beides sogt dort wo es sich bildet dafür, dass Verengungen und Flaschenhälse entstehen, vor denen der Fluss sich aufstaut.

Allein das wäre bereits bedenklich, die wirkliche Gefahr steht aber erst noch bevor. Dann nämlich wenn sich aus den Engstellen Thrombosen lösen und sich im Blutstrom auf die Wanderung durch das System begeben. Im Kontext der Organisation: wenn ein Bürokrat in einen anderen Bereich versetzt wird, z.B. weil er im Rahmen der Versetzung eines Vorgesetzten "mitgetrieben wird". Sobald das passiert besteht das unmittelbare Risiko von Embolien.

Eine Verklumpung die in einem größeren Durchlass noch unbedenklich ist kann nämlich einen kleineren vollständig verschliessen. Die Folge: die dahinter liegenden Teilsysteme werden vom Versorgungskreislauf abgeschlossen und sterben ab. Im Fall des Körpers durch Infarkte, in Organisationen durch ausbleibende Aufträge oder Vorprodukte, wodurch das Produktionsvermögen der betroffenen Abteilung verkümmert, bis hin zur dauerhaften Dysfunktion.

Um derartige schwere Schäden zu vermeiden sollte es sowohl im Körper als auch in Unternehmen oberste Priorität sein den Fluss an keiner Stelle ins Stocken geraten zu lassen, selbst dort nicht wo eine kleine Verklumpung auf den ersten Blick unproblematisch erscheint. Denn wenn eine Thrombose sich erst auf dem Weg durch das System befindet sollte man sich auf unkalkulierbare Auswirkungen gefasst machen. Für Gegenmassnahmen ist es dann meistens zu spät.
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