Donnerstag, 31. Mai 2018

Kommentierte Links (XXXVII)

FS
  • Martin Aziz: Business Agility has little to do with Scaling Agile

    Etwas merkwürdig an diesem Artikel ist, dass agile Skalierung in ihm nicht vorkommt, die Überschrift ist also irreführend. Was hingegen sehr gut beschrieben wird sind die für Business-Agilität notwendigen Strukturen auf den verschiedenen Organisationsebenen: auf der obersten Ebene wird eine sich ständig anpassende Strategie verfolgt um mit dem bestehenden Leistungsvermögen den grösstmöglichen Ertrag in einem Marktsegment zu erwirtschaften, in der Mitte werden die einzelnen Produkte und Dienstleistungen immer weiter entwickelt und an die Kundenbedürfnisse angepasst, auf der untersten Ebene sorgen die Teams für transparente Abläufe und hohe Durchlaufzeiten im eigentlichen Produktionsprozess. Klingt ganz einfach. Eigentlich.

  • Luís Gonçalves: How to Calculate Cost of Delay So You Know Where You’re Losing Money

  • Ein Argument das immer wieder vorgebracht wird wenn es um den Mehrwert von agilen und lean-Vorgehensweisen geht ist die Cost of Delay, bzw. deren Reduzierung. Da Kosten sich beziffern lassen sollten stellt sich die Frage, wie das im Fall der Cost of Delay aussehen soll. Diese Aufschlüsselung von Luís Gonçalves ist sehr hilfreich, sie bietet sowohl mehrere Möglichkeiten der Berechnung als auch verschiedene Erscheinungsformen mitsamt des damit verbundenen Dringlichkeitsgrades.

  • Fagner Brack: Not Every Company Is a Software Company

    Wer hätte es gedacht, nicht jede Firma ist eine Software-Firma. Aber: ab einer bestimmten Grösse aufwärts (grösserer Mittelstand) stellt jede Firma Software her, und wenn auch nur durch das Customizing eingekaufter Standard-Produkte. Das Problem: in den meisten Unternehmen ist das dem Management nicht bewusst, und wenn doch kann es die damit verbundenen Implikationen nicht erkennen und bewerten. In der Konsequenz wird ein Software-Entwicklungsprozess von Leuten gesteuert denen die Auswirkungen ihres Tuns nicht in Gänze klar sind. Was das bedeutet und was das für Folgen nach sich ziehen kann wird hier detailliert erläutert.

  • Ben Mancini: Fixing the certification problem

    Ich gestehe, ich bin zertifiziert. Mehrfach. Trotzdem kann ich der damit verbundenen Industrie immer weniger abgewinnen, zu offensichtlich ist es mittlerweile, dass es sich hier im Wesentlichen um ein Tauschgeschäft von Geld gegen Titel handelt. Ben Mancini macht sich sehr kluge Gedanken darüber wie ein besseres Zertifizierungs-System aussehen müsste und was dafür an den bestehenden Zuständen zu ändern wäre. Das Problem das ich sehe - so lange es ein solches Millionengeschäft ist werden die aktuell beteiligten Firmen nicht auf das Geld verzichten wollen. Und wie er selber schreibt: für die Erstellung eines besseren Systems bekäme man zwar Dank, der Aufwand würde aber nicht bezahlt werden. So spricht vieles dafür, dass es bleibt wie es ist.

  • Ron Jeffries: Developers Should Abandon Agile

    Irgendwann habe ich mal geschrieben, dass Konzerne nicht versuchen sollten agil zu werden sondern sich stattdessen auf die notwendigen Verbesserungen konzentrieren sollten: kurze Time to Market, hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Vermeidung sinnloser Arbeit. Ron Jeffries überträgt das auf die Software-Entwickler - statt sich auf agile Frameworks zu konzentrieren sollten sie an inkrementeller Fertigstellung, kurzen Lieferzeiten, Clean Code und intensiver Kommunikation mit Fachabteilungen und Management arbeiten. Die Pointe ist in beiden Fällen die gleiche: wenn man das macht ist Agilität die Folge, egal ob beabsichtigt oder nicht.
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