Montag, 23. Dezember 2019

Der Weihnachts-Sprint

FS
Bild: Pixabay / destressguy - CC0 1.0
Die Vorweihnachtszeit ist voller Traditionen die jedes Jahr wieder aufleben. Die Städte hängen voller Leuchtdekorationen, auf Weihnachtsmärkten wird Glühwein ausgeschenkt, im Fernsehprogramm laufen Der kleine Lord und Stirb langsam und in den Scrum Teams rund um die Welt wird kontrovers diskutiert wie der nächste Sprintwechsel aussehen soll.

Der Hintergrund ist einfach: je nach Sprint-Länge und -Rhytmus wird dieser Sprintwechsel entweder in die Weihnachtsfeiertage oder in die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr fallen, in der fast alle Menschen sich im Urlaub befinden. Dass ein geordnetes Durchführen aller Arbeiten und Meetings damit schwer bis unmöglich wird ist klar, aber was soll stattdessen gemacht werden?

Natürlich gibt es darauf mehrere mögliche Antworten. Einige wenige Teams rechnen die Feiertage aus der Sprintlänge heraus, was zwar effektiv ist aber den Kalenderrhytmus durcheinanderbringt. Andere lassen einen Sprint ausfallen und überlassen es den wenigen Kollegen die nicht im Urlaub sind ihre Zeit selbst zu verplanen. Manche ziehen die üblichen Intervalle durch, zur Not mit reduzierter Mannstärke. Die meisten machen aber einen Weihnachts-Sprint mit angepasster Länge.

In der Anwendung sieht das so aus, dass die üblichen Wochentage des Sprintwechsels beibehalten werden, allerdings nicht in den üblichen Abständen zueinander sondern in Relation zu den Feiertagen. Bei einem Mittwochs-Sprintwechsel würde das bedeuten, dass der Weihnachtssprint am letzten Mittwoch vor dem 24.12. beginnt und am ersten Mittwoch nach dem 01.01. endet.

Je nach Jahr würde ein solcher Sondersprint unterschiedlich lang dauern, etwa 2018/19 zwei Wochen oder 2019/20 drei Wochen. Abhängig von der normalen Sprintlänge (möglich sind 1 bis 4 Wochen) kann eine solche Abweichung einen deutlich kürzeren oder längeren Sprint ergeben als üblich, und aufgrund der Gruppierung um die Feiertage auch den davorliegenden Sprint spürbar verkürzen.

Dort wo eine Velocity berechnet wird macht es Sinn diese Sprints aus der Berechnung herauszunehmen, da diese sonst ihre Aussagekraft verlieren würde. Zum einen wegen des von der Norm abweichenden Verhältnisses von Dauer und Durchsatz, zum anderen aber auch weil aufgrund der Urlaube die Crossfunktionalität nicht durchgehend gewährleistet werden kann, was natürlich Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit hat.

Eine Tradition der besonderen Art kommt in manchen Unternehmen noch dazu: als Entschädigung für die Mitarbeiter die im Büro den Betrieb aufrechthalten währen die Kollegen sich auf den Pisten und Stränden befinden wird ihnen ermöglicht selbst zu entscheiden woran sie in dieser Zeit arbeiten wollen. In gewisser Weise ist auch das ein Weihnachtsgeschenk.
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