Freitag, 28. August 2026

Velocity Sickness

Relativ schnell habe ich diesen Vortrag von Matt Dailey mit der Neurasthenie oder "amerikanischen Kankheit" assoziiert, die um das Jahr 1900 bei vielen Menschen diagnostiziert wurde, die glaubten, dass sie mit dem technischen und sozialen Wandel nicht mithalten könnten. Die Velocity Sickness hat ähnliche Ursprünge, manifestiert sich aber anders: in höherer Arbeits- und Informationsdichte durch gesteigerter Anwendung künstlicher Intelligenz - ohne nennenswerte Steigerung der Ergebnismenge oder Qualität.



Die Lösung, die Dailey vorschlägt, ist passenderweise von den aktuellen Trends der KI-getriebenen Softwareentwicklung geprägt. Zur Stabilisierung und Rationalisierung der oft halluzinierenden und erratischen KI-Agenten (die für ihn die Ursache der  Velocity Sickness sind) empfiehlt er, den Focus weniger auf die unmittelbare (und flüchtige) Interaktion mit den Agenten zu legen, und sich stattdessen auf grosse, langlebige und einordnende Dokumente zu konzentrieren, die den Agenten dann gemeinsam mit dem jeweiligen Prompt vermittelt werden.


Während ich bei seiner Initialen Problembeschreibung spannende Anstösse (und eine überfällige Thematisierung einer unterschätzten Gesundheitsgefahr) sehe, bin ich bei seiner Lösungsfindung nicht ganz sicher: selbst wenn das funktionieren sollte - ist das am Ende nicht nur Context Engineering?

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