Samstag, 31. Januar 2026

Kommentierte Links (CXXXVI)

Bild: Pexels / Ekam Juneja - Lizenz
Das Internet ist voll von Menschen, die interessante, tiefgründige oder aus anderen Gründen lesenswerte Artikel schreiben. Viele dieser Texte landen bei mir, wo sie als „Food for Thought“ dazu beitragen, dass auch mir die Themen nicht ausgehen. Wie am Ende jedes Monats gibt es auch diesesmal wieder eine kommentierte Übersicht über die erwähnenswertesten.

Stefan Kühl: Die Komplexitätsreduktion durch Managementmoden

Die (scheinbaren) Vorteile von Management-Moden lassen sich für Stefan Kühl einfach zusammenfassen: Jede Problemlösung bringt zwangsläufig auch „Lösungsprobleme“ mit sich, also Seitenauswirkungen, unbedachte Konsequenzen und Ähnliches. Managementmoden mit ihren häufig stark vereinfachenden Vorgehensanleitungen helfen dabei, diese „Lösungsprobleme“ auszublenden. Zumindest für eine gewisse Zeit.

Stefan Norrvall: Three Axes — Now What?

Für Stefan Norrvall scheitern Veränderungsvorhaben Richtung Agilität in grossen Organisationen deshalb, weil es gegenläufige "Achsen" gibt, die die Veränderungskräfte in unterschiedliche Richtungen lenken: nicht delegierbare zentrale Verantwortlichkeiten, externe Regulierungen und fehlende formale Legitimierungen emergenter Praktiken. Dabei ist das Scheitern nicht zwangsläufig, wird aber wahrscheinlich, wenn man diese Achsen ignoriert..

Stephanie Ockerman: Self-Managing Teams - From Compliance to Collaboration

In gewisser Weise eine Fortsetzung des letzten verlinkten Artikels. Stephanie Ockerman beschreibt hier nicht nur die notwendigen "Bausteine" für selbstorganisierte Teams, sondern auch die Hindernisse, die grosse Organisationen ihnen (z.T. unbewusst) in den Weg legen. Und in denen findet sich einiges, was man den Auswirkungen der drei oben genannten Achsen zuordnen könnte. Ein schönes Beispiel dafür, wie systemisch alles zusammenhängt..

Maarten Dalmijn: Red Vs Blue Roadmaps - Why Most Roadmaps Suck

Ein neuer Blick auf Output-orientierte und Outcome-orientierte Roadmaps. Die ersten (Output-orientiert, bzw. Rot) sind für Maarten Dalmijn das Ergebnis von Angst vor den Folgen eines möglichen Scheiterns, während die zweiten (Outcome-orientiert, bzw. Blau) Fehlentwicklungen als unvermeidbar betrachten, und ihren Focus daher nicht auf Fehlervermeidung sondern auf Fehlerbehebung legen. Wie er richtig sagt: das muss man sich bewusst trauen.

Mike Fisher: Culture Debt

Es gibt technische Schulden, es gibt organisatorische Schulden und für Mike Fisher gibt es auch kulturelle Schulden. Ähnlich wie die beiden anderen Typen werden sie bewusst aufgenommen, um zu Beginn schneller zu Ergebnissen zu kommen, vor allem durch Inkaufnahme von ruppigen Umgangsformen und von toleriertem unmoralischem Verhalten von Leistungsträgern. Und genau wie die anderen beiden Typen sind einmal aufgenommene kulturelle Schulden nur mit einem erheblichen Mehraufwand wieder zu tilgen.

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