Montag, 31. August 2026

Kommentierte Links (CXXXXIII)

Bild: Pexels / Ekam Juneja - Lizenz
Das Internet ist voll von Menschen, die interessante, tiefgründige oder aus anderen Gründen lesenswerte Artikel schreiben. Viele dieser Texte landen bei mir, wo sie als „Food for Thought“ dazu beitragen, dass auch mir die Themen nicht ausgehen. Wie am Ende jedes Monats gibt es auch diesesmal wieder eine kommentierte Übersicht über die erwähnenswertesten.

Nigel Thurlow: Why High Utilization Slows Knowledge Work

Dass es in der Kreativ- und Wissensarbeit eine schlechte Idee ist, eine hundertprozentige Auslastung der Mitarbeiter anzustreben, ist eigentlich bekannt: ein einziges ungeplantes Ereignis kann alle Pläne umwerfen, wenn keine freie Kapazität da ist um es zu bewältigen. Nigel Thurlow zeigt auf, dass das allerdings einer verbreiteten Meinung zuwiderläuft, die davon ausgeht, dass eine hohe Auslastung zu besserer Planbarkeit führt. Diese Annahme sollte möglichst früh validiert und widerlegt werden.

John Cutler: Tokens, Hours, Points, and Other Curious Proxies

Die neueste Metrik die gerade in Softwareentwicklungsabteilungen verfolgt wird ist der "Return on Tokens" (ROT). John Cutler ist schon lange genug im Geschäft um sich an andere Messgrössen zu erinner: an Arbeitsstunden, Durchlaufzeiten, Story Points und weitere. Im Umgang mit ihnen allen sieht er Gemeinsamkeiten, die er auch bei ROT wiedererkennt, und zwei mögliche Ausgangsszenarien. Als nositives wäre das Intrapreneurship, als negatives Goodharts Law.

Marty Cagan: A Fresh Definition of The Product Role

In diesem Artikel von Marty Cagan steckt zum einen ein Versuch, die Rolle des Produktentwicklers neu zu definieren, als jemand der analytisches Problembewusstsein mit systemischem Denken und der Anwendung von Lösungstechniken verbindet. In ihm steckt aber auch das Eingeständnis, das Potential von KI in der Produktentwicklung zumindest vorläufig überschätzt zu haben. Statt davon auszugehen, dass bald jeder Produkte entwickeln kann, sieht Cagan jetzt weiter einen Bedarf für Experten.

Roman Pichler: Product Operating Model - The Crucial Enabler for AI Success

Apropos Product. Roman Pichler weist darauf hin, dass die saubere Anwendung des Product Operating Model auch dann (und gerade dann) notwendig ist, wenn zukünftig vor allem mit KI entwickelt werden soll. Passiert das nicht, ist für ihn mit den gleichen Dysfunktionen zu rechnen, die es bereits im Umfeld vergangener technischer Umbrüche (Web, Mobile, etc) gegeben hat. Gelingt dagegen eine Saubere Anwendung, ist für ihn eine volle Nutzung der KI-Potentiale möglich.

Robin Marienfeld, Susanne Hakenjos: Durchsanieren in 22 Tagen

Als ich vor mehreren Jahren zum ersten mal darüber geschrieben habe, dass agile Arbeitsweisen auch im Bausektor Sinn machen, war das gewählte Beispiel eine Altbau-Sanierung. Mit der Meinung scheine ich mittlerweile nicht mehr allein zu sein, denn wie man bei Robin Marienfeld und Susanne Hakenjos nachlesen kann, gibt es mittlerweile das Framework des "Sanierungs-Sprint", durch den eine Gebäude-Sanierung in nur drei Wochen möglich wird. Und einiges aus Scrum & Co erkennt man darin wieder.

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