Kommentierte Links (CXXXV)
Das Internet ist voll von Menschen, die interessante, tiefgründige oder aus anderen Gründen lesenswerte Artikel schreiben. Viele dieser Texte landen bei mir, wo sie als „Food for Thought“ dazu beitragen, dass auch mir die Themen nicht ausgehen. Wie am Ende jedes Monats gibt es auch diesesmal wieder eine kommentierte Übersicht über die erwähnenswertesten.
Eine extrem lesenswerteste Artikelserie wird 10 Jahre alt: nach
12 Signs You’re Working in a Feature Factory (2016),
12 Signs You’re Working in a Feature Factory - 3 Years Later (2019),
Scaled Feature Factories (2022),
How to Learn and Practice Product Management in a Feature Factory (2024) und
'Functional' Feature Factories Explained (2025) blickt John Cutler auf die Karriere dieses von ihm geprägten Begriffs zurück und ordnet sie kritisch ein.
Als einer der weltweit führenden Komplexitätsforscher steht Dave Snowden eher nicht im Verdacht, Anhänger des Taylorismus zu sein. Um so bemerkenswerter ist, dass er hier zu Frederick Taylors Ehrenrettung ansetzt. Wenn dessen Scientific Management heute auf Command & Control-Exzesse verkürzt wird, ignoriert das für Snowden sowohl den Entstehungskontext als auch die deutlichen Verbesserungen, die es im Vergleich zu der unstrukturierten Zeit davor brachte.
Das Phänomen auf das Stefan Norvall hier hinweist irritiert auch micht regelmässig: für viele Menschen ist Komplexität etwas Subjektives, und wird gleichgesetzt mit dem Grad der persönlichen Herausforderung (oder Überforderung) des jeweiligen Betrachters. Im Gegensatz dazu sieht er Komplexität als etwas Objektives, das durch die gleichzeitige Überlagerung verschiedener Belastungsquellen entsteht, und vor allem durch gutes Systemdesign kompensiert werden kann.
Beitrag I zum Thema Visualisierung. Der (erhoffte) Verlauf von Veränderungsprozessen wird häufig in Form von Phasenmodellen abgebildet, was zwar den Eindruck von Planbarkeit und Kontrollierbarkeit erzeugt, aber nur selten der Realität entspricht. Dorothea Herrmann hat mehrere alternative Darstellungsmöglichkeiten gesammelt, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber alle der Unberechenbarkeit und Unplanbarkeit von Veränderungen besser gerecht werden.
Beitrag II zum Thema Visualisierung.
Vor langer Zeit habe ich mal einen Artikel verlinkt, in dem sehr schön beschrieben wurde, wie ein Team an einer grossen Wand verschiedene Informationen visuell aufbereitet darstellen kann. Dieser Link ist zwar schon längst tot, aber hier ist ein neuer, zu einem Artikel von Mehdi Hoseini, der sich erneut diesem Thema widmet. Und passend zur veränderten Arbeitswelt fehlt diesesmal der Hinweis nicht, dass auch eine digitale Abbildung möglich ist.